Günter Struchen


Mein Name ist Günter Friedrich Struchen, ich habe schon ein paar dutzend Jahre auf dem Buckel und meine Urväter entstammen dem Dörfchen Herisau im Kanton Appenzell Ausserrhoden. Auch wenn mein Dickschädel und der stetige innere Drang, aus leblosem Gehölz spontan Chuelis schnitzen zu wollen, oftmals noch als Indizien dieser Ostschweizer Vergangenheit gedeutet werden, erachte ich mich selber als Berner Oberländer oder spezifischer als hispano-helvetischer Thuner.

Ursprünglich war ich einmal studierter Meeresbiologe und spezialisiert auf die Klassifikation von Rankenfusskrebsen und anderem Meeresgetier. Doch bereits während dem Verfassen meiner Thesis spürte ich die latente Affinität zur Philosophie in mir und schrieb deshalb, statt einer biologischen, eine hochphilosophische Arbeit, die den Titel „Ob Krebs, ob Mensch – Hauptsache kein Pilz“ trug und letztlich dazu führte, dass ich von der Universität geschmissen wurde; in Würde, aber ohne Doktortitel.

Mit Krebsen und Klarinetten habe ich mittlerweile nicht mehr viel am Hut. Ich bin längst aus den Biowissenschaften desertiert und versuche mich mittlerweile als Public-Philosopher, wobei mein Erfolg in etwa so gross ist, wie die Wüste Gobi fruchtbar oder der wüste Globi schön. Das ist mir aber im Prinzip schnuppe, denn ich halte mich getreu an mein Lebensmotto, das wie folgt lautet:

Ob arm, ob reich, ob gross, ob klein
– nur ein Pilz sollst niemals du sein.

Oder wie es der berühmte Humanist Michael Schmidt-Salomon einmal etwas anders ausdrückte:

Rabbis, Muftis und auch Pfaffen
sind wie wir nur nackte Affen.

 

Günter Struchen Portrait